FC-Astoria Walldorf unterliegt in Aalen – umstrittene Entscheidung vor der Vorentscheidung
Trotz einer engagierten Leistung verliert der FC-Astoria Walldorf beim Tabellenzweiten VfR Aalen mit 0:2. Ein verschossener Elfmeter, ein aberkanntes Tor und entscheidende Fehler prägen die Regionalliga-Partie.
Der FC-Astoria Walldorf hat sich beim VfR Aalen teuer verkauft, musste die Heimreise von der Ostalb am Ende aber ohne Punkte antreten. Mit 0:2 unterlag die Mannschaft am Samstag in der Aalener Centus-Arena dem Tabellenzweiten der Regionalliga. Dabei war Walldorf keineswegs chancenlos: Auf schwierigem Untergrund entwickelte sich eine umkämpfte Begegnung, in der Kleinigkeiten den Ausschlag gaben.
Wiedersehen mit alten Bekannten
Die Partie war für Andreas Schön und Michel Witte eine Rückkehr an ihre frühere Wirkungsstätte. Schön trug von 2009 bis 2011 das Trikot des VfR Aalen und absolvierte in dieser Zeit 50 Pflichtspiele, in denen ihm fünf Treffer gelangen. Torhüter Witte stand von 2022 bis 2024 für die Aalener zwischen den Pfosten. Auch aufseiten der Gastgeber gab es ein Wiedersehen: Der frühere Walldorfer Angreifer Niklas Antlitz geht seit Sommer 2025 für den VfR auf Torejagd.
Bei leichtem Dauerregen hatten beide Mannschaften auf dem rutschigen Rasen zunächst Schwierigkeiten, die Kontrolle über das Spiel zu gewinnen. Walldorf präsentierte sich in der Anfangsviertelstunde jedoch selbstbewusst, ließ den Ball gut laufen und setzte den Gegner unter Druck.
Die erste gefährliche Gelegenheit gehörte dennoch den Gastgebern. Nach einem schnellen Umschaltmoment prüfte Kleinschrodt in der 21. Minute Walldorfs Schlussmann Witte, der mit einer starken Reaktion parierte. Fünf Minuten später bot sich Aalen die große Chance zur Führung: Nach einem Handspiel entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter. Gaudino übernahm die Verantwortung, setzte den Ball jedoch mit einem Lupfer über das Tor.
Auf der Gegenseite blieb ein vergleichbarer Handspielverdacht im Aalener Strafraum wenig später ungeahndet. In der 34. Minute blieb der Pfiff des Unparteiischen aus. So ging es nach einer intensiven ersten Halbzeit torlos in die Kabinen.
Fehler im Spielaufbau bringt Aalen auf Kurs
Nach dem Seitenwechsel erwischte Aalen den besseren Moment. In der 52. Minute nutzte Selitaj einen Fehler im Walldorfer Spielaufbau zur 1:0-Führung. Der Treffer gab den Gastgebern Sicherheit, während der FC-Astoria zunächst Mühe hatte, wieder Zugriff auf die Partie zu bekommen.
Walldorf suchte dennoch den Weg nach vorne. In der 60. Minute kam Felix Kendel an der Strafraumgrenze zum Abschluss, doch VfR-Torhüter Maximilian Otto war zur Stelle. Zehn Minuten später versuchte es Bennet Schieber aus rund 20 Metern, verfehlte das Tor aber.
Auf der anderen Seite verhinderte Emilian Lässig in der 71. Minute einen höheren Rückstand. Einen Abschluss des kurz zuvor eingewechselten Antlitz klärte der Walldorfer noch auf der Torlinie.
Dann schien Walldorf zurück im Spiel zu sein: Kendel überwand Otto und brachte den Ball im Aalener Tor unter. Schiedsrichter Maximilian Schommer erkannte den Treffer jedoch wegen eines Stürmerfouls eines mitgelaufenen Walldorfer Spielers nicht an. Die Entscheidung fiel in einer Szene, die sich abseits des eigentlichen Ballgeschehens abgespielt hatte, und sorgte aus Sicht der Gäste für zusätzlichen Frust.
Die mögliche Wende blieb damit aus. Stattdessen schlug Aalen im direkten Gegenzug zu: Dean Melo traf in der 79. Minute mit seinem siebten Saisontor zum 2:0 und stellte die Weichen endgültig auf Heimsieg.
Molinari spricht von verdientem Sieg
Aalens Trainer Beniamino Molinari zeigte sich nach der Begegnung zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. „Wir wussten, dass heute eine sehr gute Mannschaft auf uns trifft“, erklärte er und verwies darauf, dass Walldorf für die gezeigte Spielweise bislang zu wenige Punkte gesammelt habe.
Seine Mannschaft habe sich zunächst in die Partie hineinkämpfen müssen. Auch der verschossene Elfmeter habe den VfR nicht aus dem Konzept gebracht. In der zweiten Halbzeit habe Aalen seine Chancen gut genutzt. Insgesamt sei der Erfolg deshalb verdient gewesen, so Molinari.
Walldorfs Trainer Andreas Schön sah den Spielverlauf ähnlich, hob aber auch die unglücklichen Momente aus Sicht seiner Mannschaft hervor. „Wir sind gut ins Spiel gekommen bis zur ersten Aalener Chance, dann hat sich das Spielgeschehen gedreht und wir sind bis zur Pause viel hinterhergelaufen“, sagte Schön.
Nach der Pause habe Walldorf kompakter stehen wollen. Der Fehler im Spielaufbau habe jedoch zum Rückstand geführt. Schön erkannte die Qualität des Gegners an: Aalen sei eine Topmannschaft, der Sieg letztlich verdient gewesen. Gleichzeitig bedauerte er, dass die entscheidenden Situationen nicht zugunsten seiner Mannschaft ausgefallen seien. Andernfalls hätte Walldorf die Partie möglicherweise noch drehen können.
Heimspiel gegen Hessen Kassel als nächste Aufgabe
Viel Zeit, der Niederlage nachzutrauern, bleibt dem FC-Astoria Walldorf nicht. Am kommenden Samstag, 24. Oktober, steht das nächste Regionalliga-Spiel an. Dann empfängt die Mannschaft den KSV Hessen Kassel im heimischen Stadion. Anpfiff ist um 14 Uhr.
Die Partie im Überblick
VfR Aalen – FC-Astoria Walldorf 2:0 (0:0)
- Tore: 1:0 Selitaj (52.), 2:0 Melo (79.)
- Besonderes Vorkommnis: Gaudino verschießt Handelfmeter (27.)
- Schiedsrichter: Maximilian Schommer (Freisen)
- Zuschauer: 1.713
VfR Aalen: Otto – Grözinger (69. Antlitz), Odabas, Geyer, Barth – Meien, Gaudino (90. Groß), Kahriman (90. Wächter), Melo, Selitaj (69. Schaupp) – Kleinschrodt (82. Hannam)
FC-Astoria Walldorf: Witte – Mutz, Schieber, Lässig – Waack (82. Erbe), Maroudis, Thermann (74. Grimmer), Riehle, Richardson (63. Gebauer) – Kendel (82. Freßle), Carl (63. Kuranyi)
Foto: FCA














