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Berufspaten-Projekt jetzt auch an den Realschulen – Weitere Berufspaten dringend gesucht!

21. März 2016 | > Walldorf, > Wiesloch, Allgemeines, Gerbersruhschule, Leitartikel, Theodor-Heuss-Realschule Walldorf, Waldschule Walldorf, WiWa Familie

Das lokale Bündnis „WiWa Familie“ des Doppelzentrums Wiesloch-Walldorf hat 2010 das Projekt „Berufspaten“ für die Waldschule Walldorf und die Gerbersruh-Gemeinschaftsschule in Wiesloch ins Leben gerufen.

(bb) Zur Erweiterung und Vorstellung des Projekts für die Theodor-Heuss-Realschule in Walldorf und die Bertha-Benz-Realschule in Wiesloch informierte Frau Sonja Huth vom Bündnis WiWa Familie mit den Koordinatoren des Projekts, Herrn Jürgen Rothley für Walldorf und Frau Mirjam Pflüger für Wiesloch.
In der Realschule Walldorf begrüßten Herr Rektor Helmut Hibschenberger und sein Stellvertreter Herr Thomas Lazarus auch Herrn Bürgermeister Ludwig Sauer aus Wiesloch, Herrn Ersten Beigeordneten Otto Steinmann aus Walldorf sowie Herrn Marc Hillenbrand als Vertreter der Realschule Wiesloch.

Wie die Vertreter der Realschulen ausführten, reichen die momentan bestehenden Angebote zur Berufswahl an den Schulen nicht aus, um die Jugendlichen individuell bei der Suche nach einem Praktikums- bzw. Ausbildungsplatz zu begleiten. An der Realschule Walldorf hat die Jahrgangsstufe 9 mittlerweile 7 Klassen – da kann sich jeder vorstellen, dass der einzelne Schüler einfach „in dieser Masse verloren geht“. Die Menge an Schülern auf der Realschule ist sicher auf der einen Seite dem Wegfall der Grundschulempfehlung und auf der anderen Seite dem G8-Gymnasium geschuldet, von dem im Laufe ihres Schullebens viele Schüler auf die Realschule wechseln. 
Durch die Berufstätigkeit beider Elternteile haben diese leider immer weniger Zeit, ihre Kinder zu unterstützen. Den Jugendlichen fehlt Motivation und Antrieb; oftmals fehlt es an den elementaren Grundvoraussetzungen im sozialen Umfeld.
Hinzu kommt der gesellschaftliche Wandel, nach dem mittlerweile nur das Abitur als schulischer Abschluss erstrebenswert erscheint. Offensichtlich ist die Ausbildung ein Angst machendes Thema, denn nur ca. 20 % der Realschüler wollen eine Ausbildung beginnen, wie Herr Hibschenberger ausführte. Hier haben die Berufspaten die wichtige Aufgabe, mit dem Jugendlichen zusammen den für ihn richtigen Weg zu finden und ihn auf diesem Weg zu begleiten. 
Mit der 1:1-Betreuung der Jugendlichen, d. h. ein Berufspate betreut einen Jugendlichen, wird ihnen durch dieses Projekt von WiWa Familie eine kompetente, individuelle Hilfe angeboten.

Beginnend in der 8. Klasse kann sie über die 10. Klasse hinaus nach Wunsch bis in die Anfangszeit der Ausbildung gehen. Mit dem Jugendlichen wird zu Beginn ein Patenschaftsvertrag geschlossen, der die gegenseitigen Erwartungen und Voraussetzungen beinhaltet. Normalerweise treffen sich dann die Paten mit ihren Schützlingen einmal in der Woche, um evtl. anstehende Probleme zu besprechen und sich auszutauschen. Nicht selten wird ein solcher Berufspate zum Eltern- oder Großeltern-Ersatz. Er vermittelt seine Lebens- und Berufserfahrung und motiviert und ermutigt den Jugendlichen zur Eigeninitiative, die er beratend begleitet.
Die Berufspaten untereinander treffen sich alle sechs bis acht Wochen zum Erfahrungsaustausch; vierteljährlich findet eine „Supervision“ statt.

Momentan sind in Walldorf und Wiesloch 26 Berufspaten im Einsatz. Durch den erweiterten Bedarf auch an den Realschulen werden dringend weitere Paten gesucht, die im Schuljahr 2016/17 erstmals dann dort zum Einsatz kommen. Die Paten erhalten einen Vorbereitungskurs und bei Bedarf auch ein Kommunikationstraining und werden umfassend von der Projektleitung unterstützt.

Auch die beiden Städte unterstützen dieses Projekt und freuen sich, dass es jetzt auch auf die Realschulen ausgedehnt wird. Herr Steinmann und Herr Sauer dankten den Organisatoren von WiWa Familie und auch den bisherigen Berufspaten für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement. Sie betrachten das Projekt nicht als Konkurrenz zu den schulischen Angeboten, sondern als eine notwendige, willkommene Ergänzung für die Jugendlichen.

„Kein Jugendlicher soll auf der Strecke bleiben“ – das ist der übereinstimmende Tenor aller Beteiligten.

Wenn auch SIE sich bei diesem wichtigen Projekt ehrenamtlich engagieren möchten, nehmen Sie bitte Kontakt auf mit den Koordinatoren des Projekts:

Für Walldorf ist Herr Jürgen Rothley zuständig ([email protected] oder Tel.: 06227-30297).

Für Wiesloch ist dies Frau Mirjam Pflüger ([email protected] oder Tel.: 06222-929541).

Sie hoffen auf viele weitere engagierte Berufspaten: v. l.: Marc Hillenbrand (Bertha-Benz-Realschule Wiesloch), Otto Steinmann (Stadt Walldorf), Jürgen Rothley (Koordinator WiWa Familie), Helmut Hibschenberger (Theodor-Heuss-Realschule Walldorf), Mirjam Pflüger (Koordinatorin WiWa Familie), Sonja Huth (WiWa Familie), Thomas Lazarus (Theodor-Heuss-Realschule Walldorf) und Ludwig Sauer (Stadt Wiesloch):

P1150282

 

 

Text und Fotos: BBinz

 

 

 

 

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