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Bürgermeister Matthias Renschler (hinten Mitte) begrüßte die Schülerinnen und Schülern aus Astoria/Oregon im Rathaus.

 

Schülerinnen und Schüler aus Astoria/Oregon zu Besuch im Rathaus Walldorf

Der neue Imagefilm der Stadt kommt auch bei den Schülerinnen und Schülern aus Astoria/Oregon sehr gut an. Als ihnen die animierte Büste von Johann Jakob Astor von der großen Leinwand im Ratssaal herab freundlich zublinzelt, wird geschmunzelt und gelacht. Bürgermeister Matthias Renschler macht auf die Verbindung zwischen Walldorfs berühmtestem Sohn und der 10.000-Einwohner-Stadt im Nordwesten der USA aufmerksam: „Astor war ja für die Gründung von Astoria verantwortlich.“ Denn das Pelzhandelsunternehmen Astors, der als Auswanderer aus einer armen Walldorfer Familie in den USA zum Multimillionär wurde, hat im Jahr 1811 das Fort Astoria als Handelsniederlassung gegründet. Daraus hat sich über die Jahre die heutige Klein- und immer noch sehr bedeutende Hafenstadt entwickelt.

„Im Film kommt er sehr freundlich rüber, in Wirklichkeit war er das wohl eher nicht“, sagt der Bürgermeister. „Aber sonst wäre er wohl kaum der reichste Mann seiner Zeit geworden.“ Matthias Renschler erläutert den amerikanischen Gästen, dass auch Walldorf vom berühmten Auswanderer profitiert hat: 50.000 Dollar hat Astor seiner Heimatstadt in seinem Testament vermacht, „das war sehr, sehr viel Geld“. Daraus sei die Astor-Stiftung entstanden, die das Pflegeheim Astor-Stift betreibt. Heute, so der Bürgermeister, gehe es der Stadt gut. Walldorf sei vor allem durch die Ansiedlung international tätiger Firmen wie SAP, Heidelberger Druckmaschinen oder John Deere bekannt. „Es lebt sich sehr schön in Walldorf“, sagt Matthias Renschler auf eine Frage aus den Reihen der Gäste. Als Vater hebt er die guten Bildungs- und Betreuungsmöglichkeiten vor Ort mit Kindertagesstätten und allen Schularten hervor. „Wir sind eine sehr internationale Stadt, in der Menschen aus über 90 Nationen friedlich zusammenleben“, fügt er an. Der Bürgermeister macht auch auf das Stadtjubiläum aufmerksam, feiert Walldorf doch dieses Jahr „125 Jahre Stadtrechte“.

Jim Pierce, der in Astoria für den Schüleraustausch verantwortlich ist und schon seit über 20 Jahren immer wieder nach Walldorf kommt, begleitet die 21 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit zwei Lehrkräften der Astoria High School. Für die Theodor-Heuss-Realschule, deren Schüler bereits im November zum Besuch in Astoria waren, sind Konrektorin Ute Kern-Mannschott und Lehrerin Steffi Becker im Rathaus dabei.
Gegen Ende des kleinen Empfangs, bei dem die Gäste mit Brezeln und Rosinenbrötchen, Orangensaft und Wasser bewirtet werden, stößt Edith Kempf dazu, die Vorsitzende des Deutsch-Amerikanischen Freundeskreises. Sie begleitet die Gruppe am Nachmittag beim Ausflug nach Speyer und hat für jeden ein Lunchpaket mitgebracht. In der knappen Woche in Walldorf leben die Schüler in deutschen Gastfamilien, besuchen den Unterricht an der Realschule und machen weitere Ausflüge, so nach Straßburg und Heidelberg. Vorher haben sie schon in München Station gemacht und unter anderem Schloss Neuschwanstein besucht.

 

Text und Foto: Stadt Walldorf

 

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