Klimaanpassungsmanager hält Vortrag
Im Rahmen der Fairen Woche bot die Stadt in Kooperation mit der Volkshochschule Südliche Bergstraße einen Vortrag über den Naturgarten an. Den Vortrag hielt der städtische Klimaanpassungsmanager Benedikt Seelbach vor rund 50 Gästen.
Naturgarten heiße nicht zwingend „verwildert“, griff Seelbach gleich zu Beginn ein gängiges Klischee auf. Vielmehr könne ein Naturgarten auch „sauber geplant, strukturiert und gepflegt“ sein. Besonders heimische Arten seien essenziell, so der Experte mit dem Verweis darauf, dass mit „heimisch“ der mitteleuropäische Raum gemeint sei.
Der Klimawandel sei auch in Walldorf spürbar und werde weiter fortschreiten, sagte Seelbach. Experten rechneten im schlimmsten Fall mit rund vier Grad Erwärmung bis zum Jahr 2100. Anhand des Klimazwillings von Walldorf, des französischen Crémieux, könne man sich die klimatischen Bedingungen, die dann hier herrschen werden, jetzt schon anschauen und sich die entsprechenden Pflanzen zum Beispiel nehmen. Dabei gelte die Annahme, dass Pflanzen, die sowohl heute in Crémieux als auch in Deutschland ursprünglich vorkommen, auch Ende des Jahrhunderts noch eine Chance haben.
Seelbach ging auch auf das Thema Neophyten ein und nannte als Beispiel die Thuja, die ursprünglich aus Nordamerika kommt und in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten viel gepflanzt worden sei. Die Thuja sei dem fortschreitenden Klimawandel aber nicht gewachsen und sterbe vielerorts ab. Es lohne sich also, genau zu schauen, welche Pflanzen aus anderen Ländern man hier in Zukunft haben möchte oder besser nicht haben sollte. Wichtig sei bei einem Naturgarten, sich nicht nur von ästhetischen Gesichtspunkten leiten zu lassen. Wichtiger sei es, Lebensräume zu schaffen für Mensch und Tier: Wildblumenwiesen als CO2-Speicher, Dach- und Fassadenbegrünungen (gefördert von der Stadt Walldorf), Teiche oder Wasserstellen sowie offen gestaltete Wege.
Mit zahlreichen Bildern zeigte Seelbach Beispiele, die als Inspiration für den heimischen Garten dienen können. Und auch wenn die Pflanzen bei großer Hitze teilweise von außen betrachtet abzusterben scheinen, also braun werden, erholten sich die Gärten meist wieder von alleine.
Für eine weitere Vertiefung in die Thematik empfahl Seelbach die Gartenberatung, die er immer mittwochs zwischen 16 und 18 Uhr im Rathaus anbietet (Anmeldung unter benedikt.seelbach@walldorf.de oder telefonisch unter 06227/35-1235).
Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Gäste die Möglichkeit, Fragen an den Referenten zu stellen. „Die Veranstaltung wurde gut angenommen, alle waren sehr aufgeschlossen, was mich sehr gefreut hat“, zog Benedikt Seelbach eine positive Bilanz.
Text: Stadt Walldorf
Fotos: N. Grimm
















