Ob in Unternehmen, im Bildungsbereich oder in der persönlichen Entwicklung: Professionelles Coaching hat sich längst als Instrument zur Begleitung von Entwicklungs- und Veränderungsprozessen etabliert und die Nachfrage nach qualifizierten systemischen Coaches wächst.
Doch was genau macht ein systemischer Coach eigentlich und welche Ausbildungswege gibt es?
Was genau macht ein systemischer Coach eigentlich?
Ganz allgemein versteht man unter einem systemischen Coach eine Person, die Menschen aktiv dabei begleitet, eigene Ziele zu definieren, neue Perspektiven zu entwickeln und zielführende Lösungen für berufliche oder private Herausforderungen zu finden. Im Mittelpunkt der Arbeit eines systemischen Coaches stehen nicht das Hinführen zu definierten Zielen, sondern vielmehr die Hilfe zur Selbsthilfe und die Förderung von Selbstreflexion, Handlungskompetenz und Eigenverantwortung. Typische Aufgaben eines systemischen Coaches sind unter anderem:
- gezielte Fragen stellen und zur Reflexion anregen
- einen strukturierten Raum für Entwicklung und Veränderung zu schaffen
- bei der Klärung von Zielen und Entscheidungsprozessen zu unterstützen
- dabei helfen, eigene Ressourcen, Stärken und Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und weiterzuentwickeln
- Veränderungsprozesse begleiten und die Umsetzung von neuen Verhaltensweisen unterstützen
Ein systemischer Coach kann also in erster Linie als Begleiter von Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen angesehen werden. Die Tätigkeit grenzt sich deutlich von Beratern ab, die ihr Fachwissen teilen und Empfehlungen abgeben. Auch darf die Arbeit eines Coaches nicht mit der eines Therapeuten verwechselt werden, der sich mit klinischen Themen und psychischen Erkrankungen auseinandersetzen muss.
Ausbildungswege zum systemischen Coach
In Deutschland ist Coach kein geschütztes Berufsfeld und somit ist der Weg zum systemischen Coach nicht einheitlich geregelt. Es gibt unterschiedliche Ausbildungen, die sich hinsichtlich des Umfangs, der Schwerpunktsetzung und der Qualitätsstandards unterscheiden. Für eine professionelle Ausbildung zum Coach empfehlen sich Ausbildungen, die sich an etablierten Standards orientieren und entsprechende Zertifizierungen anbieten. Mögliche Anbieter sind insbesondere:
- Hochschulen/Fernschulen
- private Coaching-Institute
- Weiterbildungsakademien
- Coaching-Verbände und deren akkreditierte Ausbildungsanbieter
Neben Präsenzkursen kann eine Coaching-Ausbildung auch flexibel per Fernstudium (etwa nebenberuflich) oder auch als hybrider Lehrgang absolviert werden. Typische Ausbildungsinhalte umfassen in der Regel:
Grundlagen
Zu Beginn einer Coaching-Ausbildung geht es darum, ein professionelles Verständnis von Coaching zu entwickeln:
- Rolle und Haltung eines Coaches
- Coaching-Prozess und Auftragsklärung
- Coaching-Ethik und professionelle Grenzen
Kommunikation
Da die Qualität eines Coachings im Wesentlichen von der Gesprächsführung abhängig ist, stehen vor allem auch die Kommunikationskompetenzen im Mittelpunkt der Ausbildung. Diese umfassen vor allem:
- aktives Zuhören
- Fragetechniken
- Feedback geben
- professionelle Gesprächsführung
Methoden
Professionelle Coaching-Ausbildungen vermitteln Teilnehmern verschiedene Methoden, mit denen Coaches Entwicklungsprozesse begleiten und Veränderung zielführend unterstützen können. Zu den Methoden zählen unter anderem:
- Zielarbeit
- Ressourcenarbeit
- Perspektivwechsel
- Entscheidungsprozesse
- Arbeit mit Veränderungsprozessen
Psychologische Grundlagen
Auch wenn systemische Coaches keine Psychologen sind, basiert systemisches Coaching dennoch auf Erkenntnissen aus Psychologie und Verhaltenswissenschaften. Die Vermittlung von Grundlagenwissen ist daher ebenfalls fester Bestandteil einer Coaching-Ausbildung. Dabei geht es vor allem um folgende Aspekte:
- Motivation
- Persönlichkeit
- Wahrnehmung
- Verhalten und Veränderung
Da die Berufsbezeichnung „Coach“ in Deutschland, wie bereits erwähnt, nicht gesetzlich geschützt ist, ist es wichtig, bei der Wahl eines Anbieters auf Qualitätsstandards zu achten. Zu den anerkannten Zertifizierungen und Anerkennungen zählen unter anderem:
ICF (International Coaching Federation): ICF-konforme Ausbildung als Grundlage für eine spätere Personenzertifizierung, beispielsweise zum Associate Certified Coach (ACC).
BDVT (Berufsverband für Training, Beratung und Coaching): Anerkennung von Coaching-Ausbildungen mit Möglichkeit zur Zertifizierung als „Geprüfter Systemischer Coach BDVT“ oder „Geprüfter Business Coach BDVT“.
dvct (Deutscher Verband für Coaching und Training): Zertifizierung systemischer Coaching-Ausbildungen und Qualifikation als „Systemischer Coach mit dvct geprüfter Qualifikation“.
ECA (European Coaching Association): Anerkennung von Ausbildungsinstituten und Möglichkeit zur Zertifizierung als „Systemischer Coach ECA“.
IHK (Industrie- und Handelskammer): Möglichkeit eines IHK-Personenzertifikats, beispielsweise als „Systemischer Coach“.
DCV (Deutscher Coaching Verband): Anerkennung von Coaching-Ausbildungen und Möglichkeit zur Einzelzertifizierung als „Systemischer Coach DCV“.
Darüber hinaus gibt es auch Coaching-Ausbildungen mit speziellem Fokus, etwa eine systemische Ausbildung als Business Coach, oder Spezialisierungen in Bereichen wie Führung, Gesundheit oder Karriere.
Fazit
Ob im beruflichen oder privaten Kontext: Der Coaching-Bereich gewinnt zunehmend an Bedeutung und eine Ausbildung zum systemischen Coach eröffnet nicht nur neue berufliche Perspektiven, sondern ermöglicht auch eine intensive persönliche Weiterentwicklung. Im Rahmen der Ausbildung werden nicht nur Kommunikations- und Vermittlungskompetenzen gestärkt, sondern auch die Fähigkeit zur Selbstreflexion, zur Empathie und die Fähigkeit, komplexe Situationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.













