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Die Walldorfer Musiktage drehen sich ums Jubiläum

12. Juli 2026 | > Walldorf, Allgemeines, Kultur & Musik, Leitartikel, ~ Umgebung

 

Zwischen 26. September und 11. Oktober erklingt ein vielfältiges Programm

„Das wird ein sehr buntes Programm, es soll viele verschiedene Geschmäcker bedienen“, sagt Dr. Timo Jouko Herrmann. Gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Renschler und Heike Käller (Fachdienst Kultur und Sport) stellt er die Veranstaltungen der kommenden Walldorfer Musiktage (26. September bis 11. Oktober) vor. „Das ist immer eine Freude und wieder wunderbar gestaltet“, hebt der Bürgermeister ganz besonders hervor, dass sich die Musiktage dieses Mal ums Jubiläum „125 Jahre Stadtrechte“ drehen.

Das sei „ein bisschen ungewöhnlich“, meint Herrmann, der Initiator und künstlerische Leiter des längst über die Grenzen der Stadt hinaus bekannten und beliebten Festivals. Statt sich eines Komponisten oder einer Epoche anzunehmen, widmen sich die Musiktage nun „einem außermusikalischen Thema“ – eine Herausforderung, die er gerne angenommen habe. „Das Programm wird sich aber nicht nur aufs Jahr 1901 beziehen“, kündigt er an. Damals, vor 125 Jahren, hatte Großherzog Friedrich I. von Baden Walldorf die Stadtrechte verliehen, was nun 2026 mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert wird.

Als Hinführung an die Musiktage lädt die Theatergruppe Forum84 zusammen mit der Vereinigung Walldorfer Heimatfreunde für Samstag, 26. September, 19 Uhr, zu einer mit atmosphärischer Musik verbundenen szenischen Lesung ins Rathaus ein. „Gustl Riemensperger hat einen wunderbaren Text geschrieben“, kann Herrmann eine ebenso unterhaltsame wie aufschlussreiche Zeitreise in die Historie der Stadt versprechen.
Einen Blick auf die Musik an der Schwelle zum 20. Jahrhundert werden dann tags darauf der Schriftsteller und Musikwissenschaftler Marcus Imbsweiler und Festivalchef Herrmann im „Musiktage Talk“ werfen (Sonntag, 27. September, 16 Uhr, JUMP-Café). „Ein Spannungsfeld zwischen Tradition und Zukunftswille“ sieht Herrmann. Neben der Musik seien auch die gesellschaftlichen Aspekte und die politische Entwicklung sehr interessant. „Wir versuchen, das in einen größeren Kontext einzubinden“, sagt Herrmann.
Zu diesen beiden Veranstaltungen ist der Eintritt frei, es sind allerdings kostenlose Platzkarten notwendig.

Am Donnerstag, 1. Oktober, 19 Uhr, spielt im Rathaus dann die Musik: „Singende und klingende Geografie“ heißt das Programm mit Thomas Dorn (Tenor) und dem Ensemble Operino auf historischen Instrumenten. „Walldorf ist eine weltoffene Stadt mit Menschen aus vielen Nationen, die hier leben“, erklärt Timo Herrmann. Georg Philipp Telemann (1681-1767), der in der Barockzeit als berühmtester Komponist Europas galt (noch vor Händel oder Bach), habe sich bemüht, „seinen Zeitgenossen die Musik anderer Nationen näherzubringen“. Mit Liedern, die auf einem Geografie-Lehrbuch basieren, und Instrumentalwerken, die sich auf andere Nationen beziehen, wird eine bunte musikalische Weltreise entstehen.

Das Leopold Ensemble um seine Gründerin Sabine Goetz (Sopran) entführt am Sonntag, 4. Oktober, 19 Uhr, in der Laurentiuskapelle mit einem abwechslungsreichen Programm in den Salon der jüdischen Familie Geissmar in Mannheim, wo sich um die Jahrhundertwende Kunstschaffende aus nah und fern trafen. „Die ganze musikalische Prominenz hat da vorbeigeschaut“, sagt Herrmann. Man spielte aktuelle Werke von Gustav Mahler, Robert Kahn und Richard Strauss, aber auch Historisches von Wolfgang Amadeus Mozart, Louis Spohr oder Johannes Brahms. Dass das „alles andere als langweilig“ gewesen ist, wird das bunt besetzte Ensemble (Violine, Klarinette, Klavier) zeigen.

„Ein besonderer Abend“ verspricht der Donnerstag, 8. Oktober, 19 Uhr, in der Astoria-Halle zu werden. „Ich habe mir schon lange gewünscht, das mal zu machen“, sagt Herrmann über die Verbindung historischer Stummfilme (darunter zwei, die Szenen aus dem Walldorf zwischen den beiden Weltkriegen zeigen) mit dazu am Flügel improvisierter Musik. Jens Schlichting ist ein international gefragter Spezialist, wenn es um die einfühlsame Begleitung von Stummfilmen geht. Mit überbordender Fantasie und viel Sinn für Klangatmosphäre improvisiert er zu den bewegten Bildern aus vergangenen Tagen. „Es ist unglaublich spannend, wie er das macht“, weckt Herrmann die Neugier.

Eine „richtige Festmusik mit Pauken und Trompeten“ erklingt zum Abschluss der Musiktage. Das Ensemble Operone wird zusammen mit der international gefeierten Sopranistin Kateryna Kasper am Sonntag, 11. Oktober, 18 Uhr, in der Evangelischen Stadtkirche ein Klangfeuerwerk mit virtuos-brillanten Festmusiken aus Barock und Klassik von Georg Friedrich Händel, Carl Heinrich Graun, Christoph Willibald Gluck, Wolfgang Amadeus Mozart und dem sogenannten „Odenwälder Mozart“ Joseph Martin Kraus, der am schwedischen Königshof Karriere machte, entzünden. Passend zum Jubiläumsjahr soll nochmals „beste Feierlaune“ entstehen.

Info: Eintrittskarten zum Preis von 15 Euro (ermäßigt zwölf Euro) sowie Einlasskarten für die beiden kostenlosen Veranstaltungen gibt es ab 1. August im Vorverkauf in Walldorf in der Buchhandlung Dörner und an der Rathaus-Pforte.

 

Text und Foto: Stadt Walldorf

 

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