Wiesenbachs Bürgermeister Eric Grabenbauer und Leimens OB John Ehret (am Tisch, v.l.) unterzeichnen den neuen Wasserversorgungsvertrag. Darüber freuen sich auch Markus Kustocz, Timo Rehl, Marc Rauch, Dennis Schwechheimer, Florian Schmitt und Rudi Kuhn (dahinter, v.l.), die allesamt viel mit der Trinkwasserversorgung in der Region zu tun haben.
Zweckverbände Hardtgruppe und Unteres Elsenztal besiegeln engere Zusammenarbeit
Die seit vielen Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen dem Zweckverband Gruppenwasserversorgung Unteres Elsenztal (ZVE) und dem Zweckverband Wasserversorgung Hardtgruppe (ZVH) erreicht jetzt eine neue Dimension. Und zwar in Form eines Vertrages, den die beiden Verbandsvorsitzenden im Sandhäuser Wasserwerk unterschrieben.
Wiesenbachs Bürgermeister Eric Grabenbauer, der ZVE-Vorsitzende, und Leimens Oberbürgermeister John Ehret, der ZVH-Vorsitzende, haben vereinbart, dass der ZVH über die frisch sanierte Hauptförderleitung von Leimen über Lingental nach Gauangelloch Trinkwasser liefert. Übergabestelle ist der dortige gemeinsame Verbindungsschacht, an den beide Verbände angeschlossen sind.
Zunächst vom ZVH an den ZVE geliefert werden rund 560.000 Liter Trinkwasser pro Tag, was auf das Jahr berechnet gut 200.000 Kubikmeter Trinkwasser ergibt. Doch damit nicht genug, denn eine Prognose für das Jahr 2040 besagt, dass dann beim ZVE ein Bedarf von 760.000 Liter am Tag und somit im Jahr ungefähr 280.000 Kubikmetern der Fall sein dürfte.
Letzteres ist dem Masterplan Wasserversorgung Baden-Württemberg zu entnehmen, der die Auswirkungen auf den Trinkwasserbedarf bis zum Jahr 2050 untersuchte. Dabei wurde auch für den Rhein-Neckar- und den Odenwaldkreis ein erhöhter Wasserbedarf festgestellt. Konsequenz hieraus ist nun der Vertrag, der regelt, dass der ZVH den ZVE zur Versorgungssicherheit und zur Abdeckung der zunehmenden Tagesspitzenlastbedarfe bei Hitzeperioden in Hochsommertagen durch eine permanente Wasserlieferung unterstützt.
„Ab nächste Woche“, sagte hierzu ZVH-Geschäftsführer Rudi Kuhn, „wird das Wasser laufen, denn wir sind rechtzeitig fertig mit der Leitungssanierung.“ Zugleich verwies er zum einen darauf, dass die Spitzenleistungen in heißen Perioden in der Tat stetig nach oben gingen. Und dass es zum anderen nun mal „immer wieder Havarien“ im Leitungsnetz geben würde.
Folglich sei es Fakt, „dass wir uns gegenseitig brauchen“, um über die bisherige Notversorgungskooperation hinaus eine dauerhafte Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Für den ZVE, dem die Kommunen Bammental, Gaiberg, Mauer und Wiesenbach sowie die Stadtwerke Neckargemünd für den Stadtteil Waldhilsbach angehören, kam Eric Grabenbauer in Sachen heiße Perioden zu einem ähnlichen Fazit wie Rudi Kuhn.
„Wenn richtig Hitze ist, kommen unsere Pumpen an ihre Grenzen“, hielt er fest. Nicht außen vor lassen wollte er obendrein, dass sich die Wassernutzer in Gaiberg und Waldhilsbach, in die das ZVH-Wasser vor allem fließen werde, auf härtere Wassergrade einstellen und daher ihre Enthärtungsanlagen umstellen müssten. Allerdings, ergänzte Wassermeister Timo Rehl, sei auch härteres Wasser gutes Wasser.
Denn die Härte des Wassers, legte er noch nach, sei definitiv kein Qualitätsmerkmal. Nicht zuletzt kam John Ehret zu dem Schluss, dass auch die Trinkwasserversorgung in den Kommunen Leimen, Sandhausen und Walldorf, die sich im ZVH zusammengeschlossen haben, vollauf gesichert sei. Weshalb dem so ist, brachte Rudi Kuhn wie folgt auf den Punkt: „Der riesige Vorteil der Hardtgruppe liegt im Rheingraben.“
Text und Foto: Werner Popanda














