Vom Westjordanland bis zur Nordseeküste
Die neue Staffel des Filmclubs Wiesloch-Walldorf bringt zwischen dem 19. März und 23. Juli wieder zehn ausgewählte Filme auf die große Leinwand.
Die Vorstellungen finden alle zwei Wochen donnerstags um 20 Uhr im Luxor-Filmpalast statt und bieten den Zuschauern Filme abseits des gängigen Kinoprogramms.
Den Auftakt macht am 19. März die französische Tragikomödie „Nur für einen Tag“ aus dem Jahr 2025. Regisseurin Amélie Bonnin erzählt darin die Geschichte der ehrgeizigen Gourmetköchin Cécile, die aus familiären Gründen aus der Großstadt in die Provinz zurückkehrt, wo sie auf ihre frühere Jugendliebe trifft. Was als kurzer Pflichtbesuch gedacht war, entwickelt sich zu einem Tag, der alles verändern könnte und ihr bislang perfekt geplantes Leben ins Wanken bringt. Zum Auftakt der neuen Filmclubstaffel gibt es im Anschluss an den Film wieder einen kleinen Umtrunk.
Am 2. April zeigt der Filmclub das Drama „Im Schatten des Orangenbaums“ (2025) von Regisseurin Cherien Dabis. Ausgangspunkt der Handlung ist die schwere Verletzung des Teenagers Noor bei einer Demonstration im Westjordanland. Seine Mutter schildert daraufhin, wie eine Reihe von Ereignissen zu den Schüssen auf ihren Sohn geführt haben. Die Erzählung spannt einen Bogen über drei Generationen der palästinensischen Familie – von der Vertreibung aus Jaffa im Jahr 1948 bis in die Gegenwart.
Die französische Komödie „Jane Austen und das Chaos in meinem Leben“ (2024) steht am 16. April auf dem Programm. Regisseurin Laura Piani erzählt von der alleinstehenden Buchhändlerin Agathe, die selbst davon träumt, Schriftstellerin zu werden. Ein Aufenthalt in einer Jane-Austen-Schreibresidenz soll ihr als Inspiration dienen, bringt allerdings sowohl ihr bisher geordnetes Leben als auch ihre Gefühlswelt vollkommen durcheinander.
Anlässlich des 30-jährigen Bestehen der „Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Filmemacher“ wird am 30. April mit dem in der Region gedrehten Krimi „Menetekel“ eine eigene Filmproduktion gezeigt, um das Jubiläum zu feiern. Privatdetektiv Dorn ermittelt vor dem Hintergrund des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger – und der Film will nicht nur den Kriminalfall lösen, sondern auch die Ursachen dafür aufklären.
Mit dem britischen Spielfilm „Der Salzpfad“ (2024) zeigt der Filmclub am 14. Mai ein Drama unter der Regie von Marianne Elliott. Der Film erzählt die Geschichte eines Ehepaars, das nach dem unerwarteten Verlust seines Zuhauses sowie der Diagnose einer schweren Erkrankung beim Ehemann zu einer langen Wanderung entlang der Küste Englands aufbricht. Das soll den beiden Zeit verschaffen, einen Plan zu entwickeln, wie es weitergehen könnte. Mit einem leeren Bankkonto, einem Zelt und dem Nötigsten an Ausrüstung machen sich die beiden auf eine außergewöhnliche Reise von mehr als 1000 Kilometern.
Am 28. Mai wird das polnische Filmdrama „Das Flüstern der Felder“ (2023) gezeigt. Die Regisseure Dorota Kobiela und Hugh Welchman erzählen mit dem animierten Film eine im 19. Jahrhundert angesiedelte Geschichte über die junge Jana, die in einem patriarchal geprägten Dorf zur Heirat mit einem Bauern gezwungen wird. Gefangen zwischen gesellschaftlichen Zwängen und ihren eigenen Gefühlen versucht sie, sich gegen die Regeln ihrer Gemeinschaft zu behaupten.
Das Drama „Für immer hier“ (Brasilien/Frankreich, 2024) von Regisseur Walter Salles steht am 11. Juni auf dem Programm. Der autobiografische Film spielt im Rio de Janeiro des Jahres 1971 während der brasilianischen Militärdiktatur und erzählt die Geschichte von Eunice Paiva, deren Ehemann verhaftet wird und spurlos verschwindet. Während sie ihre fünf Kinder versorgt, beginnt Eunice, nach der Wahrheit über das Verschwinden ihres Mannes zu suchen, und entwickelt sich von einer unpolitischen Frau zu einer engagierten Aktivistin.
Am 25. Juni zeigt der Filmclub das brasilianische Filmdrama „Das tiefste Blau“ (2025) von Regisseur Gabriel Mascaro. In einem dystopischen Brasilien werden ältere Menschen in spezielle Wohnsiedlungen umgesiedelt. Die 77-jährige Tereza widersetzt sich ihrem Schicksal und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise durch das Amazonasgebiet, um sich ihren letzten Wunsch zu erfüllen.
Mit „Rote Sterne überm Feld“ (2025) zeigt der Filmclub am 9. Juli ein deutsches Drama von Laura Laabs. Nach ihrer Rückkehr in ihr kleines ostdeutsches Dorf entdeckt die Aktivistin Tine eine alte Leiche im örtlichen Moor und beginnt, die verdrängte Vergangenheit der Gemeinde und ihrer eigenen Familie zu erforschen.
Den Abschluss der neuen Filmclub-Staffel bildet am 23. Juli die britische Komödie „The Ballad of Wallis Island“ (2025). Regisseur James Griffiths erzählt im Film von dem exzentrischen Lottogewinner Charles, der seinen Lieblingsmusiker Herb McGwyer zu einem Privatkonzert auf eine abgelegene Insel einlädt und dabei versucht, das einst erfolgreiche Indie-Folk-Duo McGwyer Mortimer wieder zusammenzuführen. Dabei geraten alte Konflikte und unerwartete Gefühle wieder ans Licht.
Info: Karten für alle Filmclub-Vorstellungen sind an der Kinokasse, unter Telefon 06227/5449544 oder online unter www.luxor-kino.de erhältlich.
Text: Stadt Walldorf
Foto: Rote Sterne, Farbfilmverleih




















