Blaulichtfamilie im Dialog: Innenminister Strobl tauscht sich mit Hilfsorganisationen aus
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat am Dienstagabend, 24. Februar, auf Einladung der Landtagsabgeordneten Christiane Staab (CDU) mit Vertretern von DRK, DLRG, Malteser, THW und der Feuerwehr in Leimen über die Herausforderungen im Bevölkerungsschutz gesprochen. Gastgeber war das Deutsche Rote Kreuz Leimen, wo die Einsatzkräfte zu einem offenen Austausch zusammenkamen. Begrüßt wurden die Teilnehmer von DRK-Vorsitzendem Matthias Frick.
Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die wachsende Belastung der ehrenamtlichen Kräfte. Die Organisationen berichteten von steigenden Anforderungen, wachsender Bürokratie und komplexeren Einsatzbedingungen. „Die Ansprüche, die mittlerweile an uns Ehrenamtliche gestellt werden, sind enorm gestiegen“, erklärte ein Teilnehmer. Dokumentationspflichten, Wartungsvorgaben und umfangreiche Ausbildungsanforderungen seien immer schwerer mit Beruf und Familie zu vereinbaren.
Besonders die Feuerwehren standen im Fokus: Führungskräfte schilderten den hohen zeitlichen Aufwand neben dem Beruf. „Heute wird erwartet, dass gearbeitet wird, als würden wir nichts anderes tun“, so ein Kommandant. Auch die Finanzierung bereitet Probleme: Fördermittel werden teilweise verspätet ausgezahlt, während die Kosten für Technik, Gebäude und Ausbildung steigen. Ein weiterer zentraler Punkt war der Wunsch nach digitalen Lösungen, um die ehrenamtlichen Einsatzkräfte zu entlasten.
Innenminister Strobl dankte den Helfern für ihr Engagement und würdigte die Bedeutung des Ehrenamts für die Sicherheit in Baden-Württemberg. Zugleich wies er auf die Investitionen des Landes in Personal, Ausstattung und Infrastruktur sowie den Ausbau des Katastrophenschutzes hin und mahnte zur Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger.
Landtagsabgeordnete Christiane Staab, selbst ehrenamtlich in der Feuerwehr aktiv, betonte den Wert des direkten Austauschs mit den Einsatzkräften: „Wer selbst erlebt, mit welchem Einsatz die Ehrenamtlichen Tag für Tag Verantwortung übernehmen, weiß, wie wichtig verlässliche Unterstützung und gute Rahmenbedingungen sind.“
Michael Würth, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Malsch, hob vor allem die Notwendigkeit der Digitalisierung hervor. Ziel sei ein zentrales digitales Portal für Ausbildung, Dokumentation und Verwaltung, um Führungskräfte zu entlasten. Ein erstes Gespräch hierzu ist in zwei Wochen mit SAP geplant, zunächst als Pilotprojekt in mehreren Kommunen, das später ausgeweitet werden soll.
Foto: Matthias Busse




















