Ausgebauter Leimbachabschnitt feierlich eingeweiht
Pünktlich zur Eröffnung des neuen Leimbachabschnittes kam der Platzregen. Die Veranstalter hatten sich darauf eingestellt und sich vorsorglich auf die Freifläche der Stadtkapelle und deren Räumlichkeiten zurückgezogen. Bürgermeister Ludwig Sauer konnte in Vertretung von Oberbürgermeister Dirk Elkemann zahlreiche Ehrengäste aus dem Bundestag, dem Landtag, sowie Vertreter des Regierungspräsidiums und des Landkreises begrüßen. Auch wenn die Veranstaltung durch Wetterkapriolen ein bisschen beeinträchtigt sei, so habe man mit dem hochwassersicheren und ökologischen Ausbau des Leimbachabschnittes eine ehebliche städtebauliche Verbesserung für Wiesloch erreichten können. An erster Stelle stehe natürlich der Schutz vor Hochwasserereignissen . Durch den Bachausbau habe man Sicherheit für die Anlieger schaffen können. Das erste große Hochwasser von Ende Mai diesen Jahres habe das neue Gewässer mit Bravour gemeistert. So sei die Bebauung des ehemaligen Postgeländes mit 49 Wohnungen durch den Gewässerausbau erst genehmigungsfähig geworden. Auf den Gewässerunterhaltungsweg sei eine attraktive Rad- und Fußwegverbindung entstanden, die zum Flanieren einlade und vor allem für Kinder und ältere Menschen eine sichere Verbindung zur Innenstadt, bzw. in Richtung Wieslocher Westen darstelle. Der Bach sei wieder erlebbar geworden und es gebe einen Gewässerzugang, der zum Verweilen und Spielen einlade. Der Rad- und Fußweg sei Teil der im vergangenen Jahr eröffneten Leimbachroute. Darüber hinaus wäre der ehemalige Engpass im Bereich der alten Brücke beseitigt worden und die Gewichtsbegrenzung sei aufgehoben worden. Der Kindergarten West habe ein neues Außengelände erhalten und die Kleingartenbesitzer neue Gartenzäune und Türen.

Die ehemalige Fußgängerbrücke habe man aufgearbeitet und in den Talwiesen für eine beliebte Rad- und Fußwegeverbindung wiederverwenden können. Bürgermeister Ludwig Sauer bedankte sich beim Land für die Förderung im Rahmen einer Hochwasserschutzmaßnahme und beim Landkreis für die Durchführung des wasserrechtlichen Verfahrens, sowie den Ingenieurbüros, den ausführenden Firmen, sowie beim Abwasser- und Hochwasserschutzverband, der die Maßnahme im Auftrag der Stadt auszuführen hatte. Im Anschluss an die Begrüßung spielte die Stadtkapelle der Stadt Wiesloch ein weiteres Musikstück.
Karl Klein als Mitglied des Landtages und des Innenausschusses erläutere die Hochwasserkonzeption des Landes Baden-Württemberg, die auf der europäischen Wasserrahmenrichtlinie aufbaue. Die Hochwasserereignisse der vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass es richtig sei auseichend Fördermittel für den Hochwasserschutz bereit zu stellen. Er gratulierte der Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Wiesloch zur Umsetzung dieser Maßnahme und den Mehrwert in Form einer städtebaulichen Aufwertung für ein ganzes Stadtquartier. Die Bürgerinnen und Bürger hätten die Möglichkeit ihren Bach wieder zu erleben und sich dort zu verweilen.
Dr. Markus Schuster vom Wasserrechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises brachte die Grüße des Landrats mit und erläuterte die drei Säulen des Hochwasserschutzes. Zunächst gebe es den Rückhalt in der Fläche mit der Reaktivierung und dem Schutz natürliche Retentionsflächen. Daneben sorge der Technische Hochwasserschutz mit dem Bau von Rückhaltebecken und dem Gewässerausbau dafür, dass vorhandene Bebauung und Infrastruktur geschützt werde. Die Hochwasservorsorge schließlich mit dem Schutz von Gebäuden, Einrichtungen und Anlagen gehe jeden betroffenen Bürger an.
Der Ausbau des Leimbaches als technische Hochwasserschutzmaßnahme sei hier dringend erforderlich gewesen, weil der Bachlauf die erforderliche Leistungsfähigkeit nicht aufgewiesen habe. Gleichzeitig hätte man den ökologischen Ausbau des Bachlaufes in Angriff nehmen können und die Forderungen der Wasserrahmenrichtlinie erfüllen können. „Nach dem Hochwasser ist immer vor dem nächsten Hochwasser“, meinte Dr. Schuster zum Abschluss.
Josef Zöllner vom AHW-Wiesloch ging auf das Hochwasserschutzkonzept des AHW für die Verbandsgemeinden ein. Von den geplanten Hochwasserbecken habe man bereits über die Hälfte realisieren können. Als nächstes seien die Becken „Schatthausen“ und „Ochsenbach“ an der Reihe. Der Leimbachausbau in Wiesloch sei die dritte Gewässerausbaumaßnahme des Verbandes. Der Ausbau des Waldangelbaches von der Einmündung in den Leimbach bis zum Schwimmbad soll dann ab 2018 ausgebaut werden. Josef Zöllner bedankte sich beim Regierungspräsidium für die Förderung der Maßnahme, beim Wasserrechtsamt für die Genehmigungsplanung und allen am Bau Beteiligten. Insgesamt habe man 3,7 Millionen Euro in die Maßnahme investiert und habe damit den Kostenrahmen und den vorgegebenen Zeitplan einhalten können.
Bevor die Stadtkapelle das Badnerlied spielt ergriff der Vorstand Sven Kummerow das Wort und wies daraufhin, dass die Stadtkapelle Wiesloch die Patenschaft für die beiden Trauerweiden auf der Insel übernommen habe. In den Räumlichkeiten der Stadtkapelle waren Plantafeln mit Fotos vor der Baumaßnahme, während der Bauarbeiten und bei den Hochwasserereignissen vom Mai 2016 aufgehängt.



























































