Unternehmerstammtisch bei der Heidelberger Druckmaschinen AG

Wiesloch, 20.08.2019 – Die Stadt Wiesloch organisiert regelmäßig den Unternehmerstammtisch,  dabei ist immer ein anders Unternehmen Gastgeber. Diesmal lud die Heidelberger Druckmaschinen AG die Wieslocher Unternehmer ein sich ein neues Bild vom Wieslocher Traditionsunternehmen zu machen.

Wie beim Unternehmerstammtisch üblich waren auch Wieslochs Bürgermeister anwesend. Mit dabei diesmal auch der Geschäftsführer der Winzer von Baden und des Winzerkeller Wiesloch Wolfgang Riesterer in Begleitung der beiden reizenden Weinhoheiten.

Wolfgang Riesterer, Rainer Hundsdörfer, Weinkönigin Mona, Dirk Elkemann, Weinprinzessin Verena, Ludwig Sauer (v.l.n.r.)

Wolfgang Riesterer, Rainer Hundsdörfer, Weinkönigin Mona, Dirk Elkemann, Weinprinzessin Verena, Ludwig Sauer (v.l.n.r.)

Noch heute wird die Heidelberger Druckmaschinen AG von vielen Wieslochern als „Schnellpress“ bezeichnet, manche sagen auch einfach „HDM“. „Heideldruck“ als Abkürzung für das Unternehmen scheint hingegen in der Region weniger üblich zu sein.

Oft auch einfach mit „Heidelberg“ bezeichnet, ist es ein Unternehmen des Präzisionsmaschinenbaus und weltweit führender Hersteller von Bogenoffset-Druckmaschinen. 

An die 250 Besucher waren der Einladung zum Unternehmerstammtisch gefolgt. Er erfolgten Führungen  in kleineren Gruppen durch die neu umfunktionierte Halle. Wo einst schwere Produktionsmaschinen standen, gebohrt, gefräst und gehämmert wurde entstanden nun „Kreativ Räume“. Der alte Industrieboden mit seinen Markierungen blieb, er erinnert immer an die produktive Vergangenheit der Halle. 

Der Raum im Raum ist entstanden. Nein, ganz viele Räume sind entstanden. Moderne Büroräume, Konferenzräume, Meetingpoints und das sogenannte Atrium. Das Atrium war in der römischen Architektur ein zentraler Raum in einem Haus.

Auch wenn es ungewohnt für die HDM-Mitarbeiter ungewohnt ist an diesem Arbeitsplatz keine Fenster zu haben, scheint die Halle doch viel Freiraum und Ruhe auszustrahlen. Und das, obwohl innerhalb der Halle auch eine Testabteilung ihren Platz gefunden hat. Zur Qualitätssicherung werden dort Tests im Dauerbetrieb durchgeführt. Wir durften auch dort einen kleinen und kurzen Blick reinwerfen, doch Fotografieren verboten. Verständlicherweise, bedenkt man das hier neue Innovationen entstehen und die Forscher und Entwickler des Unternehmens an Technologie und Technik der Zukunft arbeiten. Die Zahl der Patente, die das Unternehmen in seiner Geschichte erfolgreich angemeldet hat, geht in die tausende.

Besinnt man sich also auf die Unternehmensgeschichte angefangen mit der Glockengießerei, dem ersten Vorläufer der Firma als Glocken-, Feuerspritzen und Dampfmaschinenfabrik – und der daraus folgenden Schnellpressenfabrik Aktiengesellschaft Heidelberg (Kurzform: Schnellpresse) mit der Erfolgsgeschichte des Heidelberger Tiegel, der von 1914 bis 1985 165.000 mal produziert wurde – und anderen Produkten die man mehr oder weniger, länger oder kürzer produziert hat – stellt man fest: „HEIDELBERG“ kann technologisch eigentlich alles bauen.

 

Eine Besonderheit war die Aufnahme einer Motorradproduktion in Heidelberg. Seit spätestens 1928 produzierte die Schnellpresse das sogenannte Stock-Motorrad, dessen Baupläne von der Stock-Motorpflug AG innerhalb des Kahn-Konzerns übernommen worden waren. Es handelte sich um ein leichtes Motorrad mit einer Leistung zwischen 2 und 11 PS. Die Motorradproduktion war für die Heidelberger Fabrik allerdings nur ein äußerst kleiner Teilbereich, der 1933 komplett eingestellt wurde.

Ab dem Kriegsausbruch 1939 wurden vornehmlich Drehbänke gefertigt, da diese als kriegswichtig galten. Hierzu sicherte man sich Aufträge der Magdeburger Werkzeugmaschinenfabrik und der Firma Gebrüder Heinemann aus St. Georgen. Die Fließbandfertigung des Tiegels wurde auf die Produktion der Feindrehbänke übertragen und die Schnellpressenfabrik zum ersten deutschen Unternehmen, das Werkzeugmaschinen am Fließband herstellte. Die produzierten Maschinen wurden unter anderem im Motoren- und Fluggerätebau eingesetzt. Im Geislinger Werk wurden hauptsächlich Granaten- und Geschosshülsen fabriziert. Obwohl das Rüstungskommando in Mannheim bereits 1940 die Einstellung des Druckmaschinenbaus forderte, wurde die Fabrikation bis 1942 fortgeführt, da der Verkauf ins neutrale Ausland weiterhin Devisen einbrachte. Das Kriegsende überstanden die Hallen der Schnellpressenfabrik unbeschadet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs brach eine neue Ära der Unternehmensgeschichte unter der Leitung des Vorstands Hubert Sternberg an. Dieser wurde 1926 durch Kahn zum Vorstand ernannt. Das heutige Hauptwerk in Wiesloch/Walldorf wurde durch starkes Engagement von Hubert Sternberg nach einem Jahr Bauzeit 1957 eröffnet, weil das Stammwerk in Heidelberg zu eng wurde und der Widerstand gegen ein Neubauvorhaben des Unternehmens in Heidelberg zu groß geworden war.

1967 erfolgte die Umbenennung der Schnellpressenfabrik in Heidelberger Druckmaschinen AG. Die Produkte erwiesen sich als ausgesprochen wettbewerbsfähig. Schnell wurde das Unternehmen zum weltweit größten Anbieter mit deutlichem Abstand zu den nächsten Mitbewerbern.

Bereits Mitte der achtziger Jahre zählte Heidelberg, so die neue Kurzform des Firmennamens, zu den wichtigsten Unternehmen des deutschen Maschinenbaus. Zu dieser Zeit war zirka ein Drittel der gesamten europäischen NC-Werkzeugmaschinenbasis in Wiesloch/Walldorf im Einsatz. Erst gegen Ende des Jahrhunderts, 1997, wurde die Heidelberger Druckmaschinen AG erstmals an der Frankfurter Börse notiert (Kürzel HDD).

 

Hier trifft modernste Büroarchitektur auf einen besonderen Industriecharme. 

Eine Besuchergruppe im Atrium

Eine Besuchergruppe im Atrium

Im Jahr 2018 wurde das weltweit modernste Forschungszentrum der Druckindustrie eröffnet. Die Investition in den Standort Wiesloch-Walldorf wurden 50 Millionen Euro investiert. Auf einer Fläche von ca. 30.000 Quadratmetern entstanden 13 sog. Quartiere diese verfügen über Büros für jeweils 80 Mitarbeiter. Somit finden etwa 1000 Mitarbeiter

Eine Bürowelt die modernen agiles Entwickeln erlaubt, wo man die Teams so  zusammen stellen kann wie es das Projekt bedarf. Forschung und Entwicklung mit Prüfräumen und Laboren unmittelbar neben der Produktion. 

HEIDELBERG ist die Perle des deutschen Maschinenbaus.

Produkte die bisher nicht zum Kerngeschäft gehören erweitern nun das Angebotsspektrum. Die Maschine war bisher das wesentliche Kerngeschäft. Alle Verbrauchsmaterialien, Farben, Lacke, Folien, Druckchemikalien – all das und noch viel mehr will HEIDELBERG nun selbst liefern. Rund 1000 Mitarbeiter sollen hier Ideen entwickeln und neue Geschäftsfelder entdecken

Kretschmann vom Wieslocher Innovationszentrum „schwer beeindruckt“, titelte die Presse. Seinen Helm ließ er dann aber doch in Wiesloch. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann besuchte im Dezember des vergangenen Jahres Wiesloch-Walldorf zur Einweihung des Innovationszentrum der Heidelberger Druckmaschinen AG.

Der Motorradhelm unseres Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann

Der Motorradhelm unseres Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann

Der Gastgeber des Abends HDM-Vorstandsvorsitzende Rainer Hundsdörfer

 

Einige Impressionen der Veranstaltung:

Text und Fotos: Robert Pastor

Veröffentlicht am 20. August 2019, 16:08
Kurz-URL: https://www.wiwa-lokal.de/?p=271637 

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