Offener Brief von Adrian Seidler zu der Erklärung von Dr. Veits

Nachfolgender offene Brief erreichte uns von Adrian Seidler:

 

Adrian SeidlerLieber Kollege Veits,

da Sie meine Freundschaftsanfrage auf Facebook noch immer nicht bestätigt haben, Sie keine Emails von mir wünschen, ich keine Porto für Sie bezahlen möchte, schreibe ich Ihnen auf diesem Wege.

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen die Wahl und das Ergebnis für sich sprechen zu lassen. Eigentlich!

Aber Ihr Kommentar auf WiWa-Lokal ist – mal wieder – so frech und unnötig, so dass dies nicht so stehen gelassen werden darf. Aus meiner Sicht sollte und muss der Versuch der Wahrheitsverdrehung direkt unterbunden werden.

Sie schreiben „Die Probleme dieser Stadt sind heute Abend eher größer geworden“. Dies ist mal eine gewagte Aussage. Dass Sie diese direkt mit einer versteckten Drohung verbinden („ … wird es hier nicht leicht haben …“) schreibe ich Ihrer Enttäuschung über das Wahlergebnis zu. Immerhin haben Sie nach der letzten Landtagswahl erklärt „Der nächste OB in Wiesloch muss ein Grüner sein“.

Beeindruckend ist wie sich Argumente und Sichtweisen ändern können. Hatten Sie den grünen Erfolg bei der letztjährigen Kommunalwahl noch “ … ganz entscheidend auch an authentischen Personen …“ festgemacht, wird nun das Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl an den Parteien festgemacht. Eine Kommunalwahl und insbesondere (Ober)Bürgermeisterwahlen sind in erster Linie und vor allem PERSONENwahlen. Es war eben keine Wahl nach dem Motto „Grün gegen den Rest der Welt“. Es war keine Wahl zwischen den Wieslocher Grünen gegen den Rest des Gemeinderats. Eine solche Zuspitzung wünschen die Bürger sich sicherlich nicht.

Despektierlich über ein „All-Parteienbündnis“ zu fabulieren und wild mit Zahlen zu jonglieren, zeigt aber wie tief der Stachel bei Ihnen sitzen muss.

Die Bürger hatten die echte (!) Wahl zwischen zwei Persönlichkeiten, zwischen zwei sehr guten Kandidaten. Die Mehrheit hat sich nun für Dirk Elkemann entschieden. Und das deutlich. „Aalglatt“ war keiner der beiden Kandidaten. Vielleicht hätten Sie sich mal die Mühe machen müssen mit Dirk Elkemann ins Gespräch zu kommen.

Dirk Elkemann hat mit seiner Person die Menschen von sich überzeugt. Er hat mit seiner Kompetenz, seiner Authentizität und seinem Programm gepunktet.

Wer sich ein wenig mit Wahlen beschäftigt, weiß dass häufig ein Kandidat von außen gewinnt. Rauenberg, Walldorf, Malsch um nur einige Beispiele zu nennen. Ein „neuer Blick von außen“ ist für Menschen wohl auch ein wichtiges Argument bei einer solchen Wahl.

Sie, lieber Herr Veits, beklagen sich über „Stimmungsmache, wer der verlängerte Arm von wem sei“.

Ich frage Sie: Welche Stimmungsmache? Wo? Durch wen?

Wenn Sie in sich gehen würden, kämen Sie wahrscheinlich zu einem anderen Ergebnis. Und Sie haben es uns doch gezeigt, dass eine Stimmungsmache nicht erfolgreich ist. Sie haben ja wirklich einiges versucht und haben dabei die Wieslocher völlig unterschätzt. Darüber freue ich mich sehr. Sie haben aber nicht nur die Wähler unterschätzt. Unterschätzt haben Sie alle anderen politische Gruppierungen in Wiesloch. Ein Fehler wie sich nun zeigte.

Zu Ihrem Vorwurf der Stimmungsmache sage ich Ihnen folgendes:

Es ist doch naiv zu glauben man könne in vier bis fünf Wochen Wahlkampf (oder besser Wahlkampagne) den Eindruck korrigieren den die Menschen über Jahre gewonnen haben.

Ihre Argumentation ist der schlechte Versuch von einem eigenen Verschulden abzulenken. Ich persönlich habe an Dirk Elkemann geglaubt – immer! Ende August sagte ich in der Mitgliederversammlung der Wieslocher CDU „Wir spielen auf Sieg“.  Knapp zehn Prozent Differenz haben mich aber dann doch überrascht. Intern sind wir von einem viel knapperen Ergebnis ausgegangen.

Ich gebe zu: Ohne Sie wäre das Ergebnis sicherlich auch knapper ausgegangen.

Mit anonymen Briefen, mit ihrem Stimmung machen, mit den zahlreichen Provokationen haben Sie aus meiner Sicht ganz persönlich dazu beigetragen, dass es zu einem deutlichen und zu keinem knappen Wahlsieg für Dirk Elkemann gekommen ist. Wir, das Team Elkemann, haben gut daran getan dies alles bis zur Wahl zu ignorieren. Aber die Wieslocher kennen Sie eben auch so und nicht nur als Kinderarzt, der gerne auch mal zur Wahl die Patienten mit Wahlwerbung anschreibt. Sie haben sich eben auch als Polemiker und Zündler einen Namen gemacht.

Ärgerlich ist nur bei den zahlreichen Beleidigungen, die andere und ich in den letzten Jahren erfahren haben, es nie zu einem Wort des Bedauerns oder der Distanzierung von Seiten der Grünen Wiesloch gekommen ist.

Wäre es nicht so tragisch, müsste man ihnen jedoch für den „Einsatz“ für Dirk Elkemann danken.

Auf alle Fälle wäre von Ihnen etwas mehr Demut vor den Wählern angebracht. Auch etwas mehr Selbstkritik wäre sicherlich nicht verkehrt.

Vielleicht wäre es auch gut gewesen sich weniger mit dem Gegenkandidaten zu beschäftigen. Vielleicht wäre es auch gut gewesen weniger in ihrem Zeitungsarchiv aus den 1980er Jahren zu stöbern. Vielleicht wäre es auch gut gewesen nur Kai sprechen zu lassen. Vielleicht wäre es auch gut gewesen …

Wer weiß. Aber das müssen Sie mit sich selbst ausmachen. Vielleicht stellen Sie sich dabei auch die Frage „Was wäre gewesen, wenn …“ Dass Sie das bereits getan haben, zeigt mir die Tatsache dass sie sich auf Kais Homepage nicht als Unterstützer geoutet haben. Es fiel zumindest auf.

Wer behauptet, dass das Wahlergebnis „nur aufgrund der konservativen Strukturen in den Stadtteilen gelungen“ sei sollte nochmals genau hinschauen. Die Wählerinnen und Wähler in der Wieslocher Kernstadt haben in Summe ebenfalls mehrheitlich für Dirk Elkemann gestimmt (2502 Stimmen zu 2460 Stimmen). Aber das wissen Sie sicherlich. Sie schreiben es bewusst nicht. Und das ist eben auch ein Politikstil. Das ist ihr Politikstil!

Dirk Elkemann wurde mit einem deutlichen Ergebnis in allen Stadtteilen und in der Kernstadt gewählt. Dies ist ein echtes Pfund.

Die Wahl ist sein Erfolg. Mit Stimmungsmache von Seiten der Elkemann Unterstützer hatte der Erfolg nichts zu tun.

Kai gebührt für seine engagierte, kreative Kampagne meine tiefe Anerkennung und für seine bisherige Gemeinderatstätigkeit zolle ich ihm sehr großen Respekt.

Gewinner der Wahl ist die Stadt Wiesloch und die Bürger, die sich auf einen Oberbürgermeister freuen können, der seine Sache sehr, sehr gut machen wird.

Als Wahlverlierer sehe ich nur eine Person. Das sind Sie!

Ich wünsche den Wieslocher Grünen intern eine gute, kritische und vor allem ehrliche Wahlanalyse.

Herzliche Grüße
Ihr Gemeinderatskollege

Adrian Seidler

Hier der Link zu der Stellungnahme von Dr. Veits nach der Wahl vom 04.10.2015: http://www.wiwa-lokal.de/erklaerung-zu-ob-wahl-von-dr-gerhard-veits/

 

Veröffentlicht am 6. Oktober 2015, 18:07
Kurz-URL: http://www.wiwa-lokal.de/?p=138364 

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2 Kommentare für “Offener Brief von Adrian Seidler zu der Erklärung von Dr. Veits”

  1. wslwilli

    Ein unfairer Wahlkampf war das! Aber nicht etwa KSE oder DE haben unfair agiert. Auch nicht „die Parteien“ und auch nicht die Unterstützer beider Kandidaten! Sondern der Herr Dr. V., war es, der unfair war, polemisiert und die Sache an sich gestört hat. Dies ging letztlich gegen „seinen“ Kandidaten und gegen dessen Wähler! Ich habe DE gewählt und bin froh über den Ausgang. Allerdings bleibt für mich nun doch ein „Gschmäckle“, dass alles hätte anders ausgehen können, wäre der Herr Dr. V. nicht gewesen. Insofern spiegelt das Ergebnis vielleicht doch nicht die Welt wieder wie sie wäre, ohne Herrn Dr. V.
    „Dumm ist, wer dummes tut“ (Forrest Gump).

  2. MK

    BUMM !!!!
    1000 Prozent

Kommentare sind geschlossen

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